
Walter
Klingenbeck
*1924 – †1943
Walter war ein junger Münchner Lehrling, der Widerstand gegen das NS-Regime leistete. Gemeinsam mit Freunden brachte er heimlich Victory-Zeichen im Stadtgebiet an und plante Radiosendungen gegen die Diktatur. 1942 verhaftet und zum Tode verurteilt, wurde er 1943 im Alter von nur 19 Jahren in Stadelheim hingerichtet.
Sein Leben war kurz, aber erfüllt von Mut, Überzeugung und der Hoffnung, dass selbst eine einzelne Stimme etwas bewirken kann.
This revolution will be televised!
Ein wichtiger Bestandteil der jugendlichen Identitätsbildung war stets das Suchen und Erschaffen eigener Räume, in denen junge Menschen unabhängig von den Vorgaben der Erwachsenen ihren Interessen nachgehen konnten – etwa beim gemeinsamen Musikhören. Solche informellen Jugendgruppen entstanden auch im nationalsozialistischen Deutschland. Beispiele sind die Swing-Jugend in Hamburg, die Meuten in Leipzig, die Edelweißpiraten in Köln oder die sogenannten „Blasen“ in München. Sie verband die Ablehnung der NS-Jugendorganisationen, das Herausbilden eigener Subkulturen mit typischen Kleidungsstilen sowie die bewusste Distanzierung vom Regime.
Die nationalsozialistischen Behörden reagierten mit massiver Härte auf diese Jugendkulturen. Ab 1940 wurde das Jugendstrafrecht deutlich verschärft: Haftstrafen im Zuchthaus oder sogar die Todesstrafe waren möglich. Jugendliche konnten auf unbestimmte Zeit verurteilt oder in sogenannte Jugendschutzlager eingewiesen werden. Zudem hatte die Polizei das Recht, ohne Gerichtsverfahren Jugendarrest zu verhängen.
In diesem Zusammenhang und weit darüber hinaus übt Walter Klingenbeck eine große Faszination aus: ein Münchner Lehrling, der mit Freunden zusammen aus politischer Überzeugung basierend auf seinem christlichen Glauben gepaart mit technischem Spezialwissen sogenannte Feindsender abhörte und dem Aufruf der BBC folgte, dass V-Zeichen als Kürzel für das englische Wort VICTORY zu verbreiten, um damit den Sieg der Alliierten anzukündigen.
unter-
stützen

Im September 1941 malten Walter und sein Freund Daniel mit schwarzen Altöl große V-Zeichen an etwa 50 Gebäude in München. Zugleich sendeten die Jugendlichen in ersten Probeversuchen französische Schlagermusik. Walter wurde denunziert und zusammen mit seiner Clique im Alter von 17 Jahren verhaftet. Er nahm die ganze Verantwortung auf sich und wurde 1943 in München Stadelheim ermordet.
SWR Kultur
05.08.1943: Walter Klingenbeck wird hingerichtet
Graphic Novel
Die Graphic Novel bildet das erzählerische Zentrum von DA WAR WALTER. Sie nähert sich Walter Klingenbeck über ausgewählte Schlüsselmomente seines Widerstands: konzentriert, präzise und nah an der historischen Realität.
Gezeichnet von Bea Davies, erzählt sie von Radiobegeisterung, Mut und Verantwortung in einer Zeit, in der Zuhören und Senden lebensgefährlich waren.
