Interviews
Wie wurde das Radio zu einem Instrument des Widerstands? Was bedeutete es, im Verborgenen zu senden und warum braucht es auch heute Zivilcourage?
In unseren Interviews sprechen Expert*innen über die Geschichte und Faszination des Radios, über seine besondere Kraft als Medium und über seinen Einsatz im Widerstand. Sie ordnen historische Entwicklungen ein, erklären technische Grundlagen und zeigen, warum das Radio seit seinen Anfängen weit mehr war als nur Unterhaltung.
Für „Da war Walter“ haben wir zwei Gespräche im historischen Saal 9 des Bayerischen Rundfunks aufgenommen. Beide Interviews stehen hier als Audiodateien zur Verfügung.
Thorsten Brandenburg
Tontechniker, u. a. Radio Free Europe / Radio Liberty und Bayerischer Rundfunk
Thorsten Brandenburg erzählt von seinem beruflichen Weg vom Sender Radio Free Europe in München zum Bayerischen Rundfunk, wo er seit vielen Jahren tätig ist. Im Interview spricht er über die frühen Programme des Rundfunks, über Live-Sendungen und Grammophon-Übertragungen, über Radioclubs und technische Entwicklungen.
Er beschreibt außerdem, wie das Radio im Nationalsozialismus gezielt eingesetzt wurde – etwa durch den Volksempfänger – und welche Bedeutung Auslands- und Propagandasender hatten. Im Gespräch über Walter Klingenbeck beschreibt er dessen Handeln als mutig und ordnet auch die technischen Aspekte seiner Pläne ein.

Dipl.-Ing. Luise Allendorf-Hoefer
Kuratorin für Elektronik und Nachrichtentechnik, Deutsches Museum
Dipl.-Ing. Luise Allendorf-Hoefer beschreibt den Beginn des Rundfunks in Deutschland und erklärt, welche technischen Entwicklungen dem vorausgingen. Sie spricht über die Bedeutung der Modulation für die Übertragung von Sprache und Musik, über frühe Empfangsgeräte wie Detektorempfänger, über Bastler- und Radioclubs sowie über die schnelle Verbreitung des neuen Mediums.
Zugleich geht es um die politische Dimension des Radios: um seine enorme Reichweite, seine emotionale Wirkung und um die Rolle, die es im Nationalsozialismus spielte.

Stay tuned for More
Weitere Interviews sind bereits in Planung: unter anderem mit einer Expertin in Rom zur Rolle von Radio Vatikan sowie mit einem Experten in London zur Bedeutung der BBC während der Zeit des Nationalsozialismus.
Mit DA WAR WALTER schaffen wir ein multimediales Projekt, das Geschichte, Musik, Technik und Kunst miteinander verbindet. Nicht in düsterem Schwarz-Weiß, sondern in den lebendigen Farben – so, wie Walter die Welt sah: voller Ideen, Hoffnung und Tatendrang.
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