Walter war ein junger Münchner Lehrling, der Widerstand gegen das NS-Regime leistete. Gemeinsam mit Freunden plante er Radiosendungen gegen die Diktatur, verteilte Flugblätter und brachte heimlich Victory-Zeichen an. 1942 verhaftet und zum Tode verurteilt, wurde er 1943 im Alter von nur 19 Jahren in Stadelheim hingerichtet.
Sein Leben war kurz, aber erfüllt von Mut, Überzeugung und der Hoffnung, dass selbst eine einzelne Stimme etwas bewirken kann.
This revolution will be televised!
Ein wichtiger Bestandteil der jugendlichen Identitätsbildung war stets das Suchen und Erschaffen eigener Räume, in denen junge Menschen unabhängig von den Vorgaben der Erwachsenen ihren Interessen nachgehen konnten – etwa beim gemeinsamen Musikhören. Solche informellen Jugendgruppen entstanden auch im nationalsozialistischen Deutschland. Beispiele sind die Swing-Jugend in Hamburg, die Meuten in Leipzig, die Edelweißpiraten in Köln oder die sogenannten „Blasen“ in München. Sie verband die Ablehnung der NS-Jugendorganisationen, das Herausbilden eigener Subkulturen mit typischen Kleidungsstilen sowie die bewusste Distanzierung vom Regime.
Die nationalsozialistischen Behörden reagierten mit massiver Härte auf diese Jugendkulturen. Ab 1940 wurde das Jugendstrafrecht deutlich verschärft: Haftstrafen im Zuchthaus oder sogar die Todesstrafe waren möglich. Jugendliche konnten auf unbestimmte Zeit verurteilt oder in sogenannte Jugendschutzlager eingewiesen werden. Zudem hatte die Polizei das Recht, ohne Gerichtsverfahren Jugendarrest zu verhängen.
In diesem Zusammenhang und weit darüber hinaus übt Walter Klingenbeck eine große Faszination aus: ein Münchner Lehrling, der mit Freunden zusammen aus politischer Überzeugung basierend auf seinem christlichen Glauben gepaart mit technischem Spezialwissen sogenannte Feindsender abhörte und dem Aufruf der BBC folgte, dass V-Zeichen als Kürzel für das englische Wort VICTORY zu verbreiten, um damit den Sieg der Alliierten anzukündigen.
Im September 1941 malten Klingenbeck und seine Freunde mit schwarzen Altöl große V-Zeichen an etwa 50 Gebäude in München. Zugleich sendeten die Jugendlichen in ersten Probeversuchen französische Schlagermusik. Walter wurde denunziert und zusammen mit seiner Clique im Alter von 17 Jahren verhaftet. Er nahm die ganze Verantwortung auf sich und wurde 1943 in München Stadelheim ermordet.
05.08.1943: Walter Klingenbeck wird hingerichtet
Weitere Informationen über Walter Klingenbeck:
Hermann Höfler, Gemeindereferent von St. Ludwig, bündelt alle verfügbaren Informationen, Dokumente und Forschungsergebnisse zu Walter Klingenbeck seit vielen Jahren.